Rothaarsteig-Spuren: Oberhundemer Bergtour

Die Oberhundemer Bergtour. Unterwegs auf geheimnisvollen Eselspfaden.

Eine Bergtour im Sauerland? Unterwegs auf Eselpfaden durchs Rothaargebirge? Beim ersten Lesen klang das für mich nach einer spannenden Mischung aus Ausblicken, Berg-Feeling und Abenteuern abseits ausgetretener Wege. Das Rothaargebirge ist außerdem in großen Teilen noch unbekanntes Terrain für mich, obwohl das Sauerland vom Rande des Ruhrgebiets nur einen Katzensprung entfernt ist. Höchste Zeit also, ein neues Wanderrevier zu erkunden.
Da ich sowohl in der Eifel als auch in der Sächsischen Schweiz meine Liebe zu Berg und Tal, dichtem Wald und begeisternden Ausblicken, Licht und Schatten entdeckt habe, habe ich bei meiner Recherche genau danach Ausschau gehalten. Schnell bin ich auf die Rothaarsteig-Spuren gestoßen: Die als Rundtouren angelegten Wander­wege laden zu einem ersten Kennenlernen der Wander­region ein und sind gut als Halb- oder Ganztagestouren durchführbar. Hierbei lässt sich die Landschaft links und rechts des eigentlichen Rothaarsteigs wunderbar er­kunden und die Zertifizierung als Premiumweg nach dem Deutschen Wandersiegel verspricht ein besonders ge­nussvolles Wandererlebnis.
Was ich auf der Oberhundemer Bergtour erlebt habe und welche Highlights Dir auf dieser Rothaarsteig-Spur be­gegnen, erfährst Du in meinem Blogbeitrag.

Inhalt

Wandern rund um den Rothaarsteig – Daten & Fakten im Überblick

Rothaarsteig und Rothaarsteig-Spuren: Alle Infos zur Region

Für viele Wanderbegeisterte ist diese Region ein Begriff: Das Rothaargebirge zählt zu den Mittelgebirgen und liegt in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Der Name des Gebirges leitet sich übrigens von „Rod-Hardt-Gebirge“ ab, was in etwa „Gerodetes Wald-Gebirge“ bedeutet – mit roten Haaren hat dies also nichts zu tun. Sein Kerngebiet bildet das Hochsauerland. Als Waldliebhaberin habe ich mich also schon einmal auf Nadelwälder und geheim&nisvolle Felsformationen einge­stellt, schließlich gilt das Rothaargebirge geologisch als der nördlichste Teil des rechtsrheinischen Schiefergebirges.
Über den Hauptgebirgskamm verläuft der 154 Kilometer lange Rothaarsteig – einer der beliebtesten Fernwanderwege in Deutsch­land, der größtenteils durch den Natur­park Sauerland – Rothaargebirge führt und inzwischen zu den Klassikern gehört.
Die insgesamt 14 Rothaarsteig-Spuren unter­scheiden sich vom Rot­haarsteig dadurch, dass sie als Rundtouren angelegt und entlang des gesamten Rothaarsteigs zu finden sind. Teilweise verlaufen sie sogar über den Rothaarsteig selbst oder über einen Rothaarsteig-Zugangsweg – damit dienen sie als ideale Vorbereitung für jeden, der sich langsam an die gesamte Strecke des Rothaarsteigs herantasten möchte. Durch die unterschiedlichen Startpunkte ver­sprechen die Rothaar­steig-­Spuren viel Abwechselung und Natur­genuss auf Touren zwischen 7 und 23 Kilometern Länge, die durch ihren unter-schiedlichen Schwierigkeitsgrad für jeden Wanderer interessant sind. Die besondere Schönheit der Wege drückt sich nicht zuletzt auch in der Auszeichnung zu Qualitätswegen aus.
Du erkennst die Rothaarsteig-Spuren übrigens an dem weißen, liegendem Rot­haarsteig-R auf weißem Grund, dass sich deutlich von der roten Wegemarkierung des Rothaarsteigs unterscheidet. Du möchtest mehr über die anderen Rot­haarsteig-Spuren erfahren?
Touren­beschreibungen zu allen Rothaar­steig-Spuren findest Du hier.
Wusstest Du, dass der Rothaarsteig zu den 13 Top Trails of Germany zählt?

Daten und Fakten

Gut zu wissen

Die Tour verläuft sowohl auf engen Pfaden als auch auf breiten Wegen. Einige Ab­­chnitte sind ziemlich steil, eine gute Kondition und Wanderstöcke sind hier hilfreich Grundsätzlich ist der Weg das ganze Jahr über wanderbar. Durch die forstwirt­­chaftliche Nutzung verwandeln sich die breiteren Waldwege schnell in ein schlammiges Vergnügen, das mit dem falschen Schuhwerk schnell zur Heraus­forderung wird. Daher ist in den regner­­ischen Jahreszeiten dringend auf festes Schuhwerk zu achten, auch wenn der Weg ansonsten technisch weniger anspruchs­­voll ist.

Meine Wanderung auf der Oberhundemer Bergtour

Tipps zur Anreise

Der Startpunkt der Tour ist sowohl mit dem Auto als auch den öffentlichen Ver­kehrs­mitteln zu erreichen:


Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn kannst Du bis Altenhunden fahren,  von dort geht es mit der Regional­buslinie R 36 nach Oberhundem. Detail­lierte In­formationen zum Fahrplan findest Du unter: zws-online.de (Zweck­verband Per­sonen­­­­verkehr West­falen Süd).


Von der Bushaltestelle „Oberhundem“ (Linie 36 ab Bahnhof Lennestadt-Alten­hundem) sind es noch ca. 500 m Fußweg zum Haus des Gastes, dort beginnt die Tour.


Mit dem Auto: Von Altenhundem (er­reichbar über die B517) folgt man der L553 über Kirchhundem bis nach Ober­hundem. Dort kann man am Haus des Gastes (am Kurpark) parken.
Sind Deine Wanderschuhe geschnürt? Dann kann’s losgehen!

Vom Kurpark zu den Oberhundemer Klippen

Der Beginn der Oberhundemer Bergtour ist nicht zu übersehen, ein großes Wander­portal zeigt uns den Weg, der uns leicht bergan durch den gepflegten Kurpark führt. Nach einem kurzen Stück entlang der Straße entführt uns ein kleiner Feld­weg auf den ersten Anstieg heraus aus dem Ort. Nicht lange und wir tauchen auf einem versteckten Pfadstück in den Wald ein. Wer ganz genau hinhört, vernimmt das Murmeln eines kleinen Baches. Gib acht, dass Du ihn im Fichtenhochwald nicht übersiehst, er schlängelt sich versteckt durch das dunkle Grün. Auf einem breiten Forstweg wartet der erste steile Anstieg auf uns, bis sich auf dem ersten Geländesattel der Blick in die Ferne öffnet. Moosbewachsene Baumstümpfe mit Pil­zen säumen den Weg, die Natur zeigt sich in ihren unterschiedlichen Facetten. Wir wandern eben am Hang entlang bis zum ersten Highlight der Tour – den Ober­hundemer Klippen, einer Felsformation mitten im Wald.
Nur wenig später trifft die Bergtour auf den Rothaarsteig, dem wir ein Stück folgen, um zur zweiten Aussichtsplattform mit Waldsofa zu gelangen. Hier bietet sich die Möglichkeit, einen Moment auszu­ruhen und die Stille des Waldes zu genießen.

Von der Umrundung des Kahlebergs hinab zu den Eselspfaden

Der weitere Weg führt uns bergan auf den Kahlenberg – mit seinem durch Kyrill komplett entwaldeten Hang macht er seinem Namen alle Ehre, entlang des Weges stapeln sich haufenweise Baum-knochen. Doch hier und da zeigen sich erste Tupfer von Birken – die Pionier­pflanzen machen sich an die Eroberung des kahlen Geländes. Der Blick über die sanften Berglandschaften des Sauerlandes lenkt den Blick von den gefallenen Baum­riesen hin zum Wildhöfer über dessen Kuppe die Rhein-Weser-Wasserscheide verläuft. Sobald wir wieder in den Nadel­wald eintauchen, macht sich eine mystische Stimmung breit. Die dunklen Moospolster unter den Füßen bedecken den Waldboden wie ein schwerer Teppich. Das schummrige Licht verschwindet zwischen den steil aufragenden Bäumen. Eine gespenstische Stille liegt über dem Wald und doch scheint es, als wenn es zwischen den Nadeln wispert. „Miriquidi“ formt es sich in meinem Kopf. So muss er ausgesehen haben, der sagenumwobene Dunkelwald. Kleine Holztafeln mit einem Esel weisen uns den Weg: Wir haben die Eselspfade erreicht.

Auf verschlungenen Pfaden

Knorrige Wurzeln in grünen Moosbetten – für mich gibt es keine schöneren Wander­wege als versteckte Pfade im dichten Grün. Und so gehört auch der Einstieg auf die Eselpfade zum schönsten Teil der Etappe. Früher ließ der Wirt des nahe­gelegenen Alpenhauses seine Lebens­mittel mit Lasteseln auf diesen Pfaden trans­portieren. Die natur­belassenen, schmalen Wege laden zum Erkunden ein, wir ge­nießen die unüberhörbare Stille.
Im weiteren Verlauf geht es über den Esel­pfad steil bergab durch ein Windbruchfeld in das Tal Hometsiepen und weiter über einen Fortsweg zum nächsten Windbruch-feld. Von hier genießen wir noch einmal einen herrlichen Blick hinüber zum Alpen-haus. Beim Abstieg fällt es ein wenig schwer, die Orientierung zu behalten. Hier wären wir ohne Navigation nicht weit gekommen. Auch ist der Weg aufgrund der Windwurfflächen nicht ganz leicht begeh-bar, hier ist Trittsicherheit gefragt. Als der Waldpfad sich allmählich in einen Wiesen-weg verwandelt, erblicken wir bereits den Orstkern von Oberhundem mit seinen hübschen Fachwerkhäusern und Einkehr-möglichkeiten. Bereits nach der ersten Straßenkreuzung links erreichen wir wieder den Startpunkt der Tour.

Mein Fazit

Wer sich langsam an den Rothaarsteig herantasten möchte und auf der Suche nach einer Tour mittleren Schwierigkeitsgerad ist, sollte der Oberhundemer Bergtour einen Besuch abstatten. Festes Schuhwerk ist in jedem Fall empfehlenswert, da die Wege aufgrund der Räumung der Windwurfflächen mit schwerem Gerät teilweise in Mit­leidenschaft gezogen wurden. Meine per­sönlichen Highlights sind die romantisch versteckten Bächlein und Quellen im stillen Fichtenwald wie die Wiegequelle, die Wald- & Felslandschaften, Traumaussichten auf Bergketten, bspw. bei den mystischen Fels­formationen Oberhundemer Klippen und bei der Umrundung des Kahlebergs sowie die verschlungenen und gut versteckten Esels-pfade.
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Ich bin Julia, Gründerin von Waldläufer-Touren. Meine Vision: Raus aus dem hektischen Alltag, hin zu Regeneration und innerer Ruhe durch Wald, Weite und Wahrnehmung.

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