Der König der Wälder: Landstreifer Üfter Mark

Der König der Wälder lädt ein: Unterwegs auf dem Landstreifer Üfter Mark

Hast Du schon einmal von der Üfter Mark gehört? Nein? Ich bis vor Kurzem auch nicht. Dabei soll es sich bei diesem schönen Fleckchen Erde um den König der Wälder handeln. In direkter Nachbarschaft zum Ruhrgebiet. Ich war skeptisch und gleichzeitig neugierig, als ich das gelesen habe. Also habe ich Anfang September meine Wanderstiefel geschnürt und mich auf den Weg gemacht zum Wanderweg „Landstreifer Üfter Mark“. Was ich dort alles erlebt habe und ob der König der Wälder seinem Namen alle Ehre macht, erfährst Du in meinem Blogbeitrag.

Inhalt

Wandern in der Üfter Mark – Daten & Fakten im Überblick

Landstreifer Üfter Mark: Alle Infos zur Region

Die Üfter Mark liegt mitten in Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt am Rande des Ruhrgebiets im Übergang zum Westmünsterland und ist Teil des bekannten Naturparks Hohe Mark. Auf dieser Fläche, die größtenteils zu Schermbeck gehört, erlebst Du eine abwechslungsreiche Landschaft vom riesigen Mischwald mit knorrigen Stieleichen und glänzenden Birken über Teiche und Moore bis hin zu ausgedehnten trockenen Sandheiden. Im September blitzen an allen Ecken die Blüten des Heidekrauts empor. Im Ostteil des Gebiets dominieren Kiefernforste, aber auch der ein oder andere Wacholder ist zu finden. Er ist ein Überbleibsel der ehemals weit ausgedehnten Wacholder-Heiden. Man mag es kaum glauben – vor 200 Jahren war die Üfter Mark eher eine Heide- als eine Waldlandschaft. Das liegt daran, dass im Mittelalter ein Großteil des Waldes abgeholzt wurde. Heute gehört das Gebiet dem Regionalverband Ruhr und dient hauptsächlich der Erholung. Die Ruhe schätzen auch viele Waldbewohner, so soll man in der Üfter Mark besonders gut Hirsche und Wildschweine beobachten können. Ich packe also vorsichtshalber auch ein Fernglas in meinen Wanderrucksack und starte in Richtung Schermbeck.

Ein Großteil des Wegs führt über mehr oder weniger breite Pfade.
Du erkennst den Landstreifer Üfter Mark übrigens an der weiß-lilanen Wegmarkierung. Der Weg ist sehr gut markiert, ich brauchte an keiner Stelle mein GPS-Gerät. 

Daten und Fakten

Gut zu wissen

Ein Teil der Tour verläuft durch lichte Kiefernwälder und vereinzelt durch Heidelandschaften. Gerade im Sommer solltest Du an Sonnenschutz und ggf. eine Kopfbedeckung denken. Die Wege sind insgesamt gut begehbar, an einzelnen Stellen wird es auch auch mal sandiger.

Meine Wanderung auf dem Landstreifer Üfter Mark

Tipps zur Anreise

Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Eine Anreise zum LandStreifer Üfter Mark mit dem ÖPNV ist wegen des sehr hohen Zeitaufwands nicht zu empfehlen.

Mit dem Auto: Die Üfter Mark (Parkplatz Nottekamp Schermbeck) ist über die Autobahn A31, Abfahrt 37 (Schermbeck, Wesel, Haltern, Wulfen, Raesfeld/B58) zu erreichen. Du fährst von der Autobahn ab und auf der B58 (Freudenbergstraße) in Richtung Schermbeck und biegst auf einem kurzen Stück in den Nottkamp ein. Am Ende des Weges liegt der Parkplatz, hier startet auch der Landstreifer Üfter Mark.

Sind Deine Wanderschuhe geschnürt? Dann kann’s losgehen!

Unterm grünen Blätterdach

Der Landstreifer Üfter Mark verläuft wie eine Acht und lässt sich in einen nördlichen und einen südlichen Teil unterteilen. Nur wenige Schritte vom Wanderparkplatz entfernt hüllt mich der Wald bereits in einen wohlig harzigen Duft. Die morgendlichen Sonnenstrahlen brechen durch das Dach der Kiefern, die sich immer wieder mit Eichen und Birken abwechseln. Alle Sinne öffnen sich, unterschiedlichste Grüntöne verweben sich zu einem Dickicht. Ob hier wohl irgendwo ein Hirsch ruht? 

Unterschiedlichste Schmetterlinge begleiten mich auf meinem Weg, wärmen sich im Licht der aufgehenden Sonne und tanzen fröhlich am Wegesrand. Schnell lichtet sich der Morgennebel und unzählige Spinnenfäden beginnen zu glitzern. Die Wege werden schmaler und es wird immer idyllischer, bis sich plötzlich völlig unerwartet eine weite Lichtung auftut.

Zwischenstopp auf der Kiefern-Lichtung

An diesem Ort werden meine Schritte unweigerlich langsamer. Zu meiner Linken verläuft ein schmaler, sandiger Pfad, gesäumt von Heidekräutern, auf denen kleine Schmetterlinge tanzen. Zu meiner rechten öffnet sich sattgrünes Gras mit gelben Blütentupfern. Große und kleine Kiefern säumen die Lichtung. Ich verweile einige Zeit und sauge die Eindrücke auf. Für mich gehört diese Lichtung definitiv zu den Highlights der Tour. Kurze Zeit später erreiche ich den Abzweig, der mich auf die nördliche Schleife des Wanderwegs führt. 

Zwischen Steppe und Farnkraut

Im weiteren Verlauf überrascht uns die Üfter Mark immer wieder mit unterschiedlichen Landschaften. Mal ist der Boden mit dicken Moospolstern ausgekleidet, zwischen denen dichte Farnwedel sprießen. Mal gleicht die Landschaft einer Steppe mit sandigen Böden und wiegenden Grasbüscheln. Die Kiefern verströmen einen harzigen Duft und ringsum erklingt das Klopfen und Picken zahlreicher Vögel, die unter der Rinde nach Insekten suchen. 

Auf dem letzten Stück des Weges kommen wir noch an einer Beobachtungshütte und einer kleinen Waldschule vorbei. Hier laden ein paar Bänke zur Rast ein. Der letzte Abschnitt bis zum Ausgangspunkt führen über den Ameisenpfad. Wer mag, legt dieses letzte Teilstück zu Fuß zurück und erlebt den Waldboden noch einmal mit allen Sinnen. Wenn Du auf der rechten Seite des Weges Ausschau hältst, entdeckst Du einen Ameisenhaufen, der in einen umgestürzten Baum eingebettet ist. Hier wimmelt es von fleißigen Ameisen und ich schaue den den winzigen Baumeistern noch eine Weile bei ihrer Arbeit zu, bis es für mich endgültig zurück zum Parkplatz geht.

Mein Fazit

Und, ist der Name „König der Wälder“ nun verdient? Wer dichte Buchenwälder oder riesige alte Eichen sucht, wird hier nicht fündig. Auch gibt es hier den ein oder anderen Kiefernforst, doch das mindert nicht den Zauber, der von der Üfter Mark ausgeht. Und schließlich hat sie mit dem Rothirsch einen wahrlich königlichen Waldbewohner. Leider habe ich während meiner Tour keinen zu Gesicht bekommen, aber allein der Gedanke, dass Wolf und Hirsch in diesem Gebiet heimisch sind, machen diese Wanderung besonders spannend. Besonders gut hat mir auch die Ruhe gefallen. Ich war an einem Samstag Vormittag unterwegs und mir sind nur sehr wenige andere Wanderer begegnet. Meiner Meinung nach ist dieses schöne Gebiet deutlich unterschätzt und eine Reise wert.

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Ich bin Julia, Gründerin von Waldläufer-Touren. Meine Vision: Raus aus dem hektischen Alltag, hin zu Regeneration und innerer Ruhe durch Wald, Weite und Wahrnehmung.

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